Koffein-Facts: 5 Dinge, die du über deinen Lieblings-Wachmacher wissen solltest

Datum

06.02.2026

Es gibt viele Mythen und Meinungen zum Wirkstoff, der Millionen von Menschen täglich durch den Tag begleitet. Koffein ist weit mehr als nur ein Muntermacher – es ist ein faszinierendes Molekül mit überraschenden Eigenschaften. Hier sind fünf Facts über Koffein, die jede Kaffeeliebhaberin und jeder Kaffeeliebhaber kennen sollte.

1. Robusta schlägt Arabica – zumindest beim Koffein

Wer einen echten Koffein-Kick sucht, sollte zu Robusta-Bohnen greifen. Robusta-Bohnen enthalten etwa 2,7% Koffein, während Arabica-Bohnen nur 1,5% aufweisen – Robusta hat damit fast doppelt so viel Koffein.

Diese Tatsache überrascht viele Kaffeetrinker, denn Arabica gilt gemeinhin als die hochwertigere Bohne mit komplexeren Aromen. Doch wenn es um den Wachmacher-Effekt geht, hat Robusta die Nase vorn. Der höhere Koffeingehalt des Robustas macht nicht nur wacher. Zudem besticht der Robusta mit seinem charakteristisch Geschmack und sorgt für mehr Körper in der Tasse.

In vielen Espresso-Blends werden deshalb beide Sorten kombiniert: Arabica für die aromatische Komplexität, Robusta für den Kick und die perfekte Crema.

2. Röstgrad und Koffein: Es ist komplizierter als du denkst

Eine der hartnäckigsten Kaffee-Mythen besagt, dass helle Röstungen mehr Koffein enthalten als dunkle – oder umgekehrt. Die Wahrheit? Die Forschung zum Effekt des Röstgrads auf den Koffeingehalt wurde extensiv betrieben, aber widersprüchliche Methoden und Ergebnisse haben zu keinem allgemeinen Konsens geführt. Das am häufigsten berichtete Ergebnis ist, dass der Koffeingehalt vom Röstgrad unbeeinflusst bleibt.

Tatsächlich ist der Koffeingehalt während des gesamten Röstvorgangs relativ stabil, trotz der physikalischen und chemischen Veränderungen in den Kaffeebohnen

3. Filterkaffee schlägt Espresso

Dieser Fakt überrascht viele: Ein Espresso (30 ml) enthält etwa 30-60 mg Koffein, während eine Tasse Filterkaffee (200 ml) etwa 140-160 mg enthält.

Wie kann das sein, wenn Espresso doch so viel intensiver schmeckt? Die Antwort liegt vor allem in der Portionsgrösse – eine Tasse Filterkaffee ist etwa sechsmal so gross wie ein Espresso. Pro Milliliter betrachtet ist Espresso zwar deutlich konzentrierter, aber die absolute Koffeinmenge in einer normalen Portion Filterkaffee ist am Ende deutlich höher. Hinzu kommt, dass bei verschiedenen Zubereitungsmethoden unterschiedlich viel Koffein aus den Bohnen extrahiert wird. Die Brühtemperatur, der Mahlgrad und die verwendete Kaffeemenge spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Wer also morgens wirklich wach werden will, ist mit einer grossen Tasse Filterkaffee besser bedient als mit einem einzelnen Espresso.

4. Koffein wirkt länger als du denkst

Viele unterschätzen, wie lange Koffein im Körper aktiv bleibt. Die Halbwertszeit von Koffein beträgt bei gesunden Erwachsenen durchschnittlich etwa vier Stunden mit einem Schwankungsbereich von zwei bis acht Stunden.

Was bedeutet Halbwertszeit? Nach vier Stunden hat dein Körper erst die Hälfte des aufgenommenen Koffeins abgebaut. Trinkst du also um 15 Uhr einen Kaffee mit 160 mg Koffein, sind um 19 Uhr noch etwa 80 mg in deinem System – und um 23 Uhr immer noch 40 mg.

Das erklärt, warum viele Menschen schlecht schlafen, wenn sie nachmittags oder abends noch Kaffee trinken. Die Schwankungsbreite von zwei bis acht Stunden zeigt zudem, dass der Koffein-Stoffwechsel individuell sehr unterschiedlich ist. Manche Menschen bauen Koffein schneller ab als andere – das ist genetisch bedingt.

Als Faustregel gilt: Wer gut schlafen möchte, sollte nach 14-15 Uhr vorsichtig mit Koffein sein.

5. Die perfekte Dosis: Weniger ist manchmal mehr

Für gesunde Erwachsene gelten Einzeldosen von bis zu 200 mg Koffein und über den Tag hinweg bis zu 400 mg als unbedenklich. Das entspricht etwa vier bis fünf Tassen Kaffee am Tag.

Diese Empfehlung stammt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und gilt für gesunde Erwachsene. Schwangere, stillende Frauen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten deutlich weniger konsumieren.

Interessant ist auch: Den grössten positiven Effekt auf die Gesundheit erreichen Menschen, die drei bis vier Tassen Kaffee am Tag trinken.

Mehr ist also nicht automatisch besser – moderater Konsum scheint optimal zu sein.

Fazit: Koffein kann mehr als wach machen

Koffein ist ein faszinierender Wirkstoff mit vielen Facetten. Die Wahl der Bohne und die Zubereitungsart beeinflussen nicht nur den Geschmack, sondern auch den Koffeingehalt erheblich. Und während Koffein uns wach und konzentriert hält, lohnt es sich, die eigene Konsummenge im Blick zu behalten und den letzten Kaffee des Tages nicht zu spät zu trinken.